Gezeichnetes Buchcover, u.a. mit Portraits und Namen darunter (Quelle: Ueberreuter Verlag)
Bild: Ueberreuter Verlag

OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen stellt vor: - "Anna, Anton, Augenstern – oder wie man auf der ganzen Welt zu seinem Namen kommt!"

Die Hitliste der beliebtesten Vornamen für Berliner Babys führten 2015 Hanna, Emilia, Emma, Finn, Elias und Noah an – diese Namen sind seit Jahren auch deutschlandweit beliebt. Kristina Dumas zeichnet in ihrem Sachbilderbuch "Anna, Anton, Augenstern" auf liebevolle Art die Wege nach, wie Kinder international ihren Namen erhalten.

"Oh nein! Wie könnt ihr nur so grausam sein?" oder diplomatischer ausgedrückt: "Seid ihr euch wirklich sicher?" – wenn sich Nachwuchs ankündigt lässt das im Umfeld der werdenden Eltern eigentlich niemanden kalt. Wird es ein Mädchen? Ein Junge? Wie soll das Kind heißen?
Der Namensfrage geht das Sachbilderbuch auf humorvolle und informative Weise nach. Finn, Resi, Karl, Ronja, Lionel, Ester – folgen Eltern modischen Trends, regionalen Gepflogenheiten, familiärer Tradition, religiöser Bedeutung, historischem oder literarischem Vorbild? Und sind es wirklich überall die Eltern, die den Namen für ihr Kind aussuchen?

Blick über den Tellerrand

Anschaulich und einfach beschreiben und bebildern Autorin Kristina Dumas und Illustratorin Ina Worms ihr Thema, das Kinder brennend interessiert. Wer lässt sich nicht gerne erzählen, wie man zum eigenen Namen gekommen ist?
Spannend ist es auch, in die Welt zu schauen und zu sehen, wie unterschiedlich die Namensgebung gehandhabt wird. Während im deutschsprachigen Raum Kinder nicht Katze, Adler, Tisch oder Apfel genannt werden dürfen, ansonsten aber Namen aus aller Welt zugelassen sind und dann lebenslang im Pass stehen, geht es in Island richtig streng zu. Dort gibt es eine Liste von etwa 4.000 Vornamen, aus der ausschließlich gewählt werden darf. Das sieht man in Amerika viel lockerer. König, Jäger, Apfel, sogar Automarken oder Städtenamen sind möglich. Wieder ganz anders haben es die Inuit einst gehalten, dort ging der Namensgeist eines Verstorbenen auf das nächstgeborene Kind über und dieses durfte sich auch selbst weitere Namen auswählen, den des besten Freundes zum Beispiel. Bei manchem Indianerstamm kamen sogar erst ältere Kinder zu ihrem Namen, der dann fast eine kleine Geschichte erzählte und im weiteren Leben noch erweitert werden konnte.

Sehr schöne Verbindung von Wort und Bild

Wort und Bild ergänzen sich in diesem Bilderbuch aufs Feinste. Wohltuend ist die Wahl der in warmen Farben gehaltenen Tuschebilder, die punktuell in Szene gesetzt werden. Der kleine Hund Kito läuft von Bild zu Bild und kommentiert so intuitiv wie selbsterklärend die Fülle an Informationen. Beim Blick zum runden Tisch im Kindergarten, an dem lauter kleine Jungs sitzen, ruft Kito: "Die heißen ja alle Peter!" Und richtig, da sitzen Pierre, Piotr, Pete, Peter und Piedro gemütlich beim Apfelsaft.
Fröhliche Figuren voller Bewegung mit bunten Sprechblasen vor dem Mund laden erwachsene Betrachter zum pointierten Vorlesen ein und die jungen Betrachter vielleicht schon zum eigenen Lautlesen.