Buchcover mit einem Mädchen, das in die Kamera lacht (Quelle: cbj Verlag)
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- "Breaking Good. Mach dich glücklich!"

Im "Lesestoff" vom rbb Kulturradio stellt OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen regelmäßig Kinder- und Jugendbücher vor. Heute: "Breaking Good. Mach dich glücklich!" von Alexa Hennig von Lange und Marcus Jauer, für Jugendliche ab 14 Jahren.

Ein tröstlicher Wegbegleiter, der im Erzählen hilfreiche Denkanstöße bietet für alle, die auf irgendeine Weise mit Pubertät zu tun haben. Dieses Buch ist kein klassischer Ratgeber, sondern eines, das ganz einfach direkt zeigt, wie es gehen kann.

Was für eine Aufforderung in der jauchzend-betrübten Phase der Pubertät! Wie macht man sich glücklich? Jugendbuchautorin Alexa Hennig von Lange und Journalist Marcus Jauer machen es in ihrem Buch vor: indem man sich öffnet, mitteilt, reflektiert. Darum ist dieses Buch auch kein klassischer Ratgeber, sondern eines, das ganz einfach direkt zeigt, wie es gehen kann. Ein Buch, zwei Autoren, sechs Themenblöcke = ein facettenreicher Austausch!
Denn Liebe, Freundschaft, Familie, Seele, Schule und Zukunft geben jedem der beiden genug Anlass, in kurzen Essays viel von sich preiszugeben. Sie nehmen ihre Leser mit zurück in die eigene Jugend und fokussieren ihre Erinnerung auf Fragen wie: "Bin ich schwach, wenn ich Gefühle zeige?", "Bin ich das, was die anderen von mir denken" oder "Warum soll ich überhaupt im Haushalt helfen?". Wie kann man damit umgehen, wenn man keine Kritik verträgt oder die beste Freundin plötzlich nicht mehr mit einem spricht, ohne zu sagen, warum?

Nah sein ohne nahe zu treten

Das Autorenduo bildet eine spannende Lebens- und Arbeitsgemeinschaft. Mit fünf Kindern lebt es in Berlin und findet in diesem Buch einen vitalen Ansatz, jungen Menschen nah zu sein, ohne ihnen zu nahe zu treten. Es ist ein inspirierender Kunstgriff, über die eigenen Erfahrungen zu schreiben und sie im Rückblick in ihrer Wirkungsweise einzuordnen; so schaffen die Autoren eine Nähe zu ihren Lesern, ohne ihnen zu nahe zu treten.
Wer erkennt sich nicht wieder, wenn Hennig von Lange schreibt, in manchen Situationen "supervernünftige" und in anderen "total bekloppt hellwach falscheste Entscheidungen" getroffen zu haben? Oder wenn Jauer auf die kräftezehrenden Machtkämpfe eingeht, die man im Ablösungsprozess von den Eltern führt, in denen bislang Selbstverständliches plötzlich eine existenzielle Frage von Sieg und Niederlage wird? Die Dynamik in Familien, das Funktionieren von Freundschaften, das Scheitern von Hoffnungen, das Entwickeln eigener Vorstellungen – alles wird am persönlichen Beispiel deutlich.

Wohltuend optimistsich

Wohltuend ist der optimistische Blick der Autoren auf diese schwierige Umbruchphase. Sie können aus eigener Erfahrung erzählen, dass eine voll ausgelebte Pubertät Sinn und Berechtigung hat. Ein tröstlicher Wegbegleiter, der im Erzählen hilfreiche Denkanstöße bietet für alle, die auf irgendeine Weise mit Pubertät zu tun haben. Möge die Botschaft viele Leser erreichen: Sich selbst zu mögen, gibt Sicherheit – und ohne reden geht es nicht!

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Buchcover mit bunter Zeichnung: ein weiß gekleideter Mann mit Petroleumlampe schaut in eine Schatztruhe (Quelle: Kleine Gestalten)
Kleine Gestalten