Buchcover von "Ella und das Festkonzert" (Quelle: Hanser Verlag)
Bild: Hanser Verlag

OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen stellt vor: - "Ella und das Festkonzert"

Im "Lesestoff" vom rbb Kulturradio stellt OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen regelmäßig Kinder- und Jugendbücher vor. Heute: "Ella und das Festkonzert" von Timo Parvela, für Kinder ab 8 Jahren.

Vom fröhlichen Scheitern eines Festkonzerts, das der Auftakt zu einer Sammlung verschiedener Highlights ist.

"Ich heiße Ella. Ich gehe immer noch in die zweite Klasse, aber nicht mehr lange." So begrüßt uns Ich-Erzählerin Ella in ihrem neuen Buch – immerhin dem 13. in Serie! Und sie plaudert so frisch, fantasievoll und furios wie zuvor aus der Schule. Der neue Direktor will neuen Schwung bringen – tatsächlich bringt er nur neue Turbulenzen. Ambitioniert will er gleich zeigen, wie gut er die Schule voranbringt und wünscht vom Lehrer der 2a ein Festkonzert zum Muttertag.

Kein ungewöhnliches Ansinnen, sollte man meinen. Aber kein einziges Kind in Ellas Klasse spielt ein Instrument! Nur der Lehrer kann zwei Lieder auf dem Akkordeon spielen, das vom Pechvogel und das vom fliegenden Fischauflauf. Beide eher ungeeignet fürs Muttertagskonzert.

Schnell komponiert der sonst so lethargisch-verschusselte Lehrer eine kleine Rotkäppchen-Oper, verteilt Klanghölzer, Tamburin und Triangel an die Kinder und los geht’s mit den Proben. Ähnlich wie bei den Peanuts geht alles schief – die Kinder zerlegen den Heizungskeller, der Lehrer vergisst, die Eltern einzuladen, das ganze Konzert ist ein fröhliches Scheitern!

Situationskomik und groteske Menschentypen


Der finnische Autor Timo Parvela war selbst lange und gerne Lehrer. Er weiß um die anarchischen kindlichen Kräfte wie um das Spannungsverhältnis konkurrierender Kollegen und die Anspruchshaltung von Eltern. Vor allem weiß er, wie man erzählerisch den Bogen fast überspannt und die Handlung assoziativ ins Absurde treibt. Neben der überzogenen Situationskomik sind es die grotesken Menschentypen, die in dem festen Setting "Schule" das Leben explodieren lassen.

Wer kennt sie nicht, die Blitzmerker, Schnarchnasen, Heulsusen, den Klassenrambo und den Klassentölpel? Sie alle spielen in der Gruppe ihre Rolle. Den besonderen Reiz macht hier aus, dass die Kinder zwar immer wieder scheitern, aber als Gruppe im Scheitern stark sind, lustig und fürsorglich miteinander

Atemlos und direkt erzählt


Ella erzählt atemlos und direkt, wie sie alles versteht. Vieles versteht sie einfach falsch oder gar nicht und bringt ihre Leser auch damit zum Lachen. Das Festkonzert ist dabei nur ein Erlebnis unter vielen. In kurzen Kapiteln eilt Ella von Episode zu Episode, so dass sich kein linearer Handlungsverlauf ergibt, sondern dem Leser eine Sammlung verschiedener Highlights präsentiert wird, zu der das Festkonzert die Ouvertüre war.