Buchcover mit bunter Zeichnung: Kinder auf einem Platz mit einer Mauer drumherum, sie machen Messungen (Quelle: Mixtvision Verlag)
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OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen stellt vor: - "Der verrückte Erfinderschuppen – Der Hitzefrei-Regler"

Im "Lesestoff" vom rbb Kulturradio stellt OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen regelmäßig Kinder- und Jugendbücher vor. Heute: "Der verrückte Erfinderschuppen – Der Hitzefrei-Regler" von Lena Hach, für Kinder ab 8 Jahren.

Das ist der perfekte Lesestoff für diesen Sommer und diese Woche in Berlin: Welche Erfindung muss gleich nach den Sommerferien einfach ausgetüftelt werden?

Der Hitzefrei-Regler, kommt es Fred in den Sinn. Mit so einem Regler könnte er für sich und seine Freunde Tilda und Walter mehr Zeit zum Erfinden gewinnen. Man müsste nur das Schulthermometer unauffällig so manipulieren, dass es morgens um zehn Uhr über 25 Grad Celsius im Schatten anzeigt. Wie? Mit einer Fernbedienung. Doch eine solche zu bauen, ist schwieriger als gedacht. Das erfinderische Trio muss einiges ausprobieren und manche Hürde überwinden, bis es auf die Zielgerade gelangt.

Typen mit Charakter

Fred, Tilda und Walter – das bewährte Trio Infernale geht im Erfinderschuppen nun schon in die 3. Runde! Und hat sich dabei kein bisschen abgenutzt. Trotz des seriellen Rahmens – es gibt das Trio, die zwielichtigen Widersacher Dicker und Dünner, Tildas coole Oma samt Hündchen Odetta und dem Erfinderschuppen in ihrem Garten – gelingt es Autorin Lena Hach, mit jedem Buch der Reihe Neues zu erzählen. Sie entwirft keine eindimensionalen Typen, sondern Charaktere mit unterschiedlichen Facetten.
Die Ich-Perspektive der Hauptfigur Fred ermöglicht es Lena Hach, komplexer zu schreiben und Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Fred reflektiert und kommentiert, er spricht seine Leser direkt an. Weil er munter im Präsenz erzählt, wirkt das Geschehen unmittelbar, fröhlich und spannend. Jede Erfindung steht für sich und Hach greift die Themen ganz aus der kindlichen Erfahrungswelt, mal geht's um einen Limonaden-Sprudler, mal um einen Looping-Dreher, nun um den Hitzefrei-Regler.

Turbulente Handlung

Im Kern sind die Erfindungen nicht neu, aber die Kinder erschließen sich hier Zusammenhänge neu und auf eigene Weise. So ist auch der Entwicklungsprozess des Trial and Error dicht beim kindlichen Leser. Nichts klappt auf Anhieb, mitunter wird die Handlung absurd gesteigert. Der unverwechselbare humoristische Strich der Illustratorin Daniela Kulot unterstreicht die turbulente Handlung nicht nur, sondern schmückt sie weiter aus.
So ein Buch versüßt den Einstieg ins geregelte Schulleben nach den langen Sommerferien sehr, zumal es Schule so positiv als lebendigen Ort zeigt, der Menschen zusammenbringt, Abenteuer verspricht und kreativen Input gibt.

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Buchcover mit bunter Zeichnung: zwei Jungs schauen um die Ecke, Schatten eines Mannes auf der Hauswand (Quelle: Gerstenberg)
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