Buchcover mit einer bunten Zeichnung: eine kleine Frau winkt aus einem Backsteinhaus, um den Türrahmen Tiere und über der Tür eine Brezel (Quelle: Arena Verlag)
Arena Verlag
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OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen stellt vor: - "Die kleine Dame melodiert ganz wunderbar"

Im "Lesestoff" vom rbb Kulturradio stellt OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen regelmäßig Kinder- und Jugendbücher vor. Heute: "Die kleine Dame melodiert ganz wunderbar" von Stefanie Taschinski, für Kinder ab 8 Jahren.

Klein? Von wegen! Diese kleine Dame ist eine große! Voller Elan und guter Ideen melodiert sie durch den 4. Band ihrer Geschichte und reißt als moderne Mary Poppins Figuren wie Leser mit. In ihrem Salafari-Kostüm und stets begleitet von ihrem 1000jährigen Chamäleon lebt sie im geheimen Teil des Hinterhofes, der zum Brezelhaus gehört und nur Kindern zugänglich ist. Ein phantastisches Idyll, das bedroht ist: Denn die Schwestern Lilly und Karlchen, die ganz im magischen Bann der kleinen Dame stehen, bekommen bald ein Geschwisterchen und sollen das Brezelhaus verlassen. Eine größere Wohnung muss für die größer werdende Familie her, der Auszug steht dicht bevor. Gibt es denn gar keine andere Lösung? Die kleine Dame schmiedet mit den Kindern einen verwegenen Plan … wie gut, dass so viel Liebe in der Luft liegt – da wird sogar der bärbeißige Hausmeister Leberwurst zahm. Und könnte er nicht sogar den Schlüssel zu aller Glück in der Hand halten?

Ruhig und genau, dabei sehr charmant und ideenreich erzählt Autorin Stefanie Taschinski auch dieses vierte Abenteuer, das die kleine Dame, Lilly und Karlchen bis zum guten Ende miteinander erleben. Sie nimmt sich die Zeit, ihre phantastisch-phantasievolle Welt detailliert zu entwerfen und kommt der kindlichen Sehnsucht nach Magie und wunderbaren Lösungen entgegen. Das musikalische Leitmotiv des Melodierens zieht sich durch. Klingt ein altes Haus nicht ganz besonders? Ist nicht alles mit Melodien aufgeladen, wenn es schon so viele Menschen beherbergt hat? Sprachspielerisch wird chamäleonisiert und rückwärtzisch gesprochen. Lautmalerisch wird beschrieben, wie es klingt, wenn bspw. Hausmeister Leberwurst zackig die Wege fegt. Im Verlauf der Handlung fügt das nachbarschaftliche Figurenensemble Strophe für Strophe eines Brezelhaus-Liedes zusammen, so dass die Hausgemeinschaft schlussendlich beglückt singen kann: "Bleib im Brezelhaus, hier ist daheim!" Nina Dulleck greift in ihren Illustrationen den dichten, warmen Erzählton auf. Beige, orange, dunkelgrün und braun dominieren ihre Vignetten, klein- und großformatigen Bilder, die sie auf dem digitalen Zeichentablett entwirft. Ihr Strich bringt die märchenhafte Welt und die naiv-fröhlichen Figuren auf den Punkt und vervollständigt das Abenteuer auf ansehnlichste Weise.