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OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen stellt vor: - "Familie Flickenteppich: Wir ziehen ein"

Im "Lesestoff" vom rbb Kulturradio stellt OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen regelmäßig Kinder- und Jugendbücher vor. Heute: "Familie Flickenteppich: Wir ziehen ein" von Stefanie Taschinski, für Kinder ab 8 Jahren.

Ein Umzug ist immer eine aufregende Sache – vor allem, wenn er ein Neustart sein soll, wie in Emmas Familie. Denn Emma zieht mit ihrem Vater, dem älteren Bruder Ben und der kleinen Jojo ohne die Mutter in eine andere, kleinere Wohnung. Die Mutter startet lieber in Australien alleine durch. Wie gut, dass es in Haus Nummer 11 so nette Nachbarn gibt und auch so nette Kinder: Mit den Zwillingen Aylin und Tarek kommt Emma sogar in dieselbe Klasse. Und mit Freddy, der unter der Woche hier im Haus bei seinen Großeltern lebt, gesellt sich der Sechste im Bunde hinzu. Spiel und Spaß sind garantiert, aber auch ein gutes gegenseitiges Kennenlernen und der gemeinsame Wunsch, das Geheimnis um den verschollenen Grafen aus dem Erdgeschoss zu lüften …

Autorin Stefanie Taschinski gelingt es wieder einmal mit leichter Hand, Kindern Schwieriges zu erzählen. Im Vordergrund steht das Vergnügen am Miteinander. Der positive Ansatz, Kraft aus Gemeinschaft und Freundschaft zu ziehen, ist das Credo, das alle ihre Bücher trägt, ob magische oder realistische. Im Hintergrund deutet sich an, dass alle sechs Kinder schon ihr Päckchen zu tragen haben. Getrennte Eltern bei den Neuankömmlingen, ein früh verstorbener Vater bei den Zwillingen, hart arbeitende Eltern beim Hausgast.

Intuitiv gehen die Kinder verständnisvoll und behutsam miteinander um. Ich-Erzählerin Emma weiht uns in ihre tiefsten Gedanken und Gefühle ein. Es ist schwierig, unvermutet Anrufe von der Mutter zu bekommen. Oder zum Skypen verabredet zu sein. Da würde Emma sich lieber verstecken und nichts sagen. Mit ihren neuen Freunden aber öffnen sich Türen und Herzen und die Bewohner der Nr. 11 werden immer mehr zu einer Art Patchwork-Großfamilie – eben zur Familie Flickenteppich. Der spielt in der Handlung eine wichtige Rolle und ist zugleich ein starkes Bild für Verbindung, Wärme und Zuverlässigkeit.