Buchcover: bunte Zeichnungen mit Oma und Opa in Aktion (Quelle: annette betz | ueberreuter)
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- "Omaopa find ich gut"

Im "Lesestoff" vom rbb Kulturradio stellt OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen regelmäßig Kinder- und Jugendbücher vor. Heute: "Omaopa find ich gut" von Katharina Grossmann-Hensel, für Kinder ab 4 Jahren.

Die Autorin und Illustratorin Katharina Grossmann-Hensel beschäftigt sich in ihrem neuen Buch mit einer ganz besonderen Beziehung – mit der Beziehung zwischen Enkeln und ihren Großeltern. "Omaopa find ich gut" ist der Titel des Bilderbuchs, in dem sie die Geschichte aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erzählt.

"Omaopa find ich gut" steht in der Sprechblase des kleinen Mädchens im Zentrum des Bilderbuchcovers. Drumherum kreisen Momentaufnahmen, auf denen man ein älteres Paar mal in einer Baumkrone hängen, mal platt im Regal liegen, mal eng unter den Schirm einer Stehlampe gedrückt sieht. Verstecken spielen mit Oma und Opa macht einfach richtig Spaß, findet die Enkelin und erzählt in diesem schwungvollen Großelternsuchbuch von ihren Erlebnissen.

Kosmos Familie

So kurz die Sätze und so schemenhaft die Typen sind, so detailreich zeigt sich die Bildgestaltung. Wieder schöpft Autorin und Illustratorin Katharina Grossmann-Hensel ganz aus dem Kosmos Familie und lädt mit ihrem Buch alle gemeinsam zum Schmökern, Fantasieren und Erzählen ein. Die skizzenhaften Buntstiftzeichnungen bieten dafür viel Projektionsfläche. Gelungen ist das fidele Großelternpaar, das es offensichtlich nur im Doppelpack gibt, Omaopa eben. Obwohl deutlich betagt, lässt es sich seine Entdeckungsfreude nicht nehmen – ob als Reisende in die große weite Welt oder als Spielende gemeinsam mit der Enkelin. Rot die Kleine, gelb die Oma, blau der Opa, so sind sie unterwegs. Brille und Hörgerät gehören genauso dazu wie Handy und Digitalkamera.

Regt zum Nachmachen ein

Mal verweilen wir als Betrachter auf einer Doppelseite bei einer einzigen Szene und entdecken in ihr viele Kleinigkeiten, dann wieder geht es mit assoziativen Sprüngen weiter und verschiedenste Situationen wirbeln ungeordnet durcheinander. Schaut man das Buch mit Kindern an, dann animieren typische Verstecke durchs Wiedererkennen zum eigenen Erzählen. Ungewöhnliches wiederum regt zum Nachmachen beim nächsten echten Versteckspiel an. Mal ein paar Yogaübungen einbauen, einen großen Karton vielseitig einsetzen, im Spiel düsende Delphine nachmachen oder sich gegenseitig an der Nase herumführen – schon kommt das Spiel in Schwung! Und wenn man ganz lange nicht gefunden wird, so, wie das Mädchen im roten Kleid, dann bleiben Fragen: Ist Oma die allerschlechteste Versteckerin, Opa der allerschlechteste Lügner oder die Enkelin einfach die beste Versteckerin der Welt? Liebevolle Fragen, die unterstreichen, wie wunderbar und wichtig gute Familienbeziehungen sind.