Buchcover: bunte Zeichnung, zwei Hände halten eine Kamera, darüber eine orangefarbene Sprechblase mit Titel (Quelle: Laurence King Verlag)
Laurence King Verlag
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- "So machst du richtig coole Fotos"

Im "Lesestoff" vom rbb Kulturradio stellt OHRENBÄR-Redakteurin Sonja Kessen regelmäßig Kinder- und Jugendbücher vor. Heute: "So machst du richtig coole Fotos" von Henry Carroll, für Kinder ab 8 Jahren.

Ob in Park, Schwimmbad oder Urlaub – dieser praktische Fotoratgeber für Kinder passt in jedes Gepäck und bietet tolle Tipps!

Selfie-Kids werden ihren Spaß haben an den 20 coolen Aufgaben, die Autor Henry Carroll seinen jungen Fotoschülern stellt. Geschickt lenkt er die Kamera der Smartphone-Generation von sich auf die Umwelt.
Es geht nicht um Selbstdarstellung und Draufhalten, sondern um die Entwicklung eines anderen Blickes und die differenzierte Wahrnehmung von Welt. Dabei geht er gleichermaßen spielerisch, kenntnisreich wie anschaulich vor. "Verwische die Grenzen" heißt es z. B. oder "Sei unappetitlich", "Halte die Zeit an" oder "Geh ganz nah ran".

Die eigene Augenhöhe verlassen

Gleich die erste Aufgabe fordert dazu auf, die eigene Augenhöhe zu verlassen: "Sieh die Welt wie ein Hund" prangt über der Doppelseite.
Rechts ist das berühmte Foto New York City von Elliott Erwitt zu sehen – ein kleiner dünner Hund im Strickpullöverchen blickt den Fotografen direkt an, daneben sind nur Frauchens Füße und Rocksaum zu sehen, das städtische Ambiente verschwimmt im Hintergrund. Links erklärt Carroll in einfachen Worten, wie Erwitt diesen Effekt erzielt hat.
Er ermutigt die Kinder, die eigene Augenhöhe zu verlassen, sich mal zu bücken oder zu recken, um eine andere Perspektive einzunehmen.

Der gute Blick

Eingestreut zwischen die 20 Bilder professioneller Fotografen sind drei theoretische Kapitel mit Basiswissen. Es geht um Bildaufbau, Licht und Kamera.
Was wird fotografiert? Welches Format wird gewählt? Wie soll der Blick des Betrachters übers Bild geführt werden?
Carroll rät, mit einem Tennisball einfach mal selbst zu experimentieren, welche Schatten durch hartes oder weiches Licht erzielt werden können. Und er widerspricht der Befürchtung, dass nur die tollste digitale Spiegelreflexkamera ein tolles Foto garantiert. Ein gutes Bild hängt schlichtweg von einem guten Blick ab.

Fotograf*innen wie DU

Eine kurze Geschichte der Fotografie rundet die Fotoschule ab. Was für eine Entwicklung von den ersten Foto-Unikaten auf Metallplatte im frühen 19. Jahrhundert über den Beginn der Farbfotografie bis hin zur heutigen Digitalfotografie, die kostengünstig und allen zugänglich ist. Was diese spannende Entwicklung in Zukunft wohl bringt?
Diese Frage beantwortet Carroll schlicht und ergreifend so: "Ich denke, das kommt ganz auf coole Fotografinnen und Fotografen wie DICH an!"